Vor einigen Wochen stand ich in einer Halle, die für 400 Menschen ausgelegt war. Zwei Stunden vor Beginn meiner Keynote. Leer, still, die Stühle noch in Reihen, das Licht noch nicht justiert. Ich halte diesen Moment bewusst. Als Praxis.
Der Moment vor dem Auftritt
Eine leere Bühne nimmt alle Ablenkung weg. Es bleibt die Frage: Was habe ich zu sagen? Und: Glaube ich selbst daran? Das sind keine rhetorischen Fragen. Es sind die eigentlichen Fragen, mit denen jede Führungskraft in entscheidenden Momenten konfrontiert ist, auf einer Bühne oder im Gespräch mit dem Führungsteam.
Die Verbindung zur Führungsarbeit
Wer vor 400 Menschen spricht, muss eine Entscheidung getroffen haben, bevor er auf die Bühne geht: was er sagen will und wie. Das ist strukturell identisch mit dem, was Führungskräfte täglich leisten. Orientierung geben, bevor alle Informationen vorhanden sind. Klar sein, während die Lage unklar ist. Genau darum geht es auch in Die Bühne lügt nicht.
In meiner Arbeit als Speaker habe ich gelernt: Die Qualität eines Vortrags entscheidet sich selten auf der Bühne. Sie entscheidet sich in dem Moment, in dem man aufhört, noch eine bessere Version vorzubereiten, und anfängt, das zu sagen, was man tatsächlich denkt.
Was ich von der Bühne in die Beratungsarbeit mitnehme
Konsens kommt nach der Aussage. Wer wartet, bis alle zustimmen, bevor er spricht, hat nichts zu sagen oder traut sich nicht, es zu sagen. Klarheit unter Druck entsteht selten durch mehr Vorbereitung. Sie entsteht durch die Entscheidung, jetzt klar zu sein. Wie das in Hochdruckphasen gelingt, beschreibt Im Auge des Sturms.
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